Ein Welpe zieht ein...Welpenspielgruppe?

 

 

Zuallererst gönnen Sie Ihrem kleinen Liebling ein wenig Ruhe.

 

Schließlich hat er gerade seine bekannte Umgebung, Geschwister und Eltern verlassen.

 

 

Bis zur ca.16ten Woche befindet sich ihr Hund in einer besonderen Lernphase,

 

d.h. er lernt durchaus recht schnell und nachhaltig, wobei es hier vor allem um soziale Interaktionen geht !

 

Es ist wichtig im Hinterkopf zu behalten, dass Lernen IMMER stattfindet, nicht nur in der Trainingsstunde.

 

 

Es macht also Sinn, dass er alle neuen Situationen, Eindrücke, Begegnungen usw., als möglichst positiv empfindet.

 

Achten Sie auf die Körpersprache ihres Welpen. Zwingen Sie ihn nicht in Situationen weil „er da nun durch muß“ oder locken ihn nicht mit Leckerchen irgendwohin (das bringt ihn nämlich in einen Gewissenskonflikt, und ist somit der eigentlichen gruseligen Situation nicht dienlich) und bieten Sie ihm jeden Schutz, den er haben möchte!

 

Nein, er wird dadurch nicht ängstlich oder verweichlicht, sondern gewinnt Selbstbewußtsein, da er lernt, er ist nicht „alleine“ , hat also Rückhalt und wird sich so recht schnell mit Unbekanntem auseinandersetzen.

 

Immer noch hält sich die Meinung, Zuwendung würde dem Hund zeigen, daß seine Angst berechtigt ist oder sie gar verstärkt.

Das stimmt nicht!

 

Inzwischen weiß man, daß Tiere auch untereinander in Gefahrensituationen nach dem sogenannten social support, „soziale Unterstützung“ handeln (keine Gruppe kann sich ängstliche Mitglieder leisten).

 

Achten sie bitte darauf, dass die Kinder auch die „Privatsphäre“ des Hundes respektieren.  Rückzugsorte, Wohlfühldecken sind tabu für Kinder!

 

Ebenso sollten die Ruhephasen des Hundes beachtet werden (Welpe ca. 20 Std., erw. Hund etwa 18 Stunden). Ein ständig übermüdeter Welpe zeigt recht schnell extremes Überdrehen (Mütter von Kleinkindern kennen das, nach Spiel kommt Doof. )

 

Ein weiteres unerlässliches Signal ist natürlich das LOB. Hunde verstehen unsere Sprache nicht, aber mithilfe der „Konditionierung“ können wir eine gemeinsame Sprache einüben. Dazu genügt die Verknüpfung des zukünftigen Lobewortes (auch als Markerwort bekannt) mit Leckerlie. Der Aufbau ist im Blog meiner Homepage nachzulesen.

 

Übrigens, der sog. Welpenschutz betrifft nur sein eigenes Rudel (Rudel = Familie), nicht aber alle fremden Hunde, denen Sie so begegnen. Achten Sie also auf Ihren Schützling! D.h. nicht, ihn bei jeder Begegnung gleich hoch zu nehmen, aber Sie sollten das Spielen sehr genau beobachten und im Zweifel für Ihren Welpen eintreten und u. U. doch mal hoch und weg!

 

 

 

 

Und dann erwartet Sie auch noch die Welpen- oder gar Welpenspielgruppe.

 

Aber ist diese wirklich unbedingt notwendig und was sollte hier passieren?

 

Der Welpe soll doch Artgenossen kennenlernen...

 

Er soll spielen können, das kennt er ja schon vom Züchter...

 

Wenn wir uns das genauer ansehen, stellen wir fest, dass eine Welpengruppe nicht vergleichbar ist, mit dem, was der Welpe bisher kannte.

 

Denn das waren seine gleichaltrigen Geschwister, die allesamt mehr oder weniger ähnlich kommuniziert haben und sich in ähnlicher Entwicklung befanden und sich vor allem sehr gut kannten.

 

Eine Welpenspielgruppe sind einander völlig fremde Individuen, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung (lange Haare, kurze Nase, ect.) nicht nur verschieden kommunizieren, sondern meist auch in sehr unterschiedlichen Entwicklungsstufen sind.

 

Und nun erwarten die Menschen, dass sich die Kleinen in kürzester Zeit zu niedlichem Spielen zusammenfinden.

Und das, obwohl auch hier alles neu und daher schon genug aufregend für den Welpen ist (fremde Menschen, fremdes Gelände).

Durch diesen "Streß" sind Fehlverknüpfungen beinahe vorprogrammiert und manch ein bis dahin entspannter Welpe wird hier sozusagen zur Artgenossenunverträglichkeit "erzogen".

 

 

Spiel bedeutet erstmal nicht Spaß, wie bei uns, sondern üben und trainieren für den Ernstfall.

Daher spielen Hunde nie sehr lange (2-5 Minuten), denn es ist überaus anstrengend und setzt sich aus den verschiedensten Sequenzen eines Hundelebens zusammen (jagen, hüten, ect.)

 

Was heißt das nun genau?

 

Spielen ist für Welpen sicherlich eine gute und lehrreiche Erfahrung.

 

Aber,

 

es muss von „Außen“ unbedingt darauf geachtet werden, wie das Spiel verläuft,

 

es braucht genügend räumliche Trennungsmöglichkeiten, den gutes Spiel findet gewöhnlich nur zwischen ZWEI Tieren statt

 

es benötigt genügend Rückzugsorte für Entspannungsübungen MIT dem Menschen

 

es sollte wenig bedrohliche Außenreize beinhalten (Bällebad, Flatterbänder, ect.)

 

 

 

Wie oben bereits erwähnt, lernen die Welpen immer.

 

So kann ein Welpe in einer gut geführten Welpengruppe durchaus sehr viel positive Erfahrungen sammeln.

 

Allerdings auch ebenso viel Negative, wenn Mobbing, Remmpeln, Überforderung, ect. übersehen wird.

 

Fazit: Lieber keine Welpenspielgruppe, als eine schlechte!

 

 

Es sollten sehr kleine, homogene Gruppen (2-4 Welpen) sein,

 

in freundlicher und ruhiger Atmosphäre.

 

Das Hauptaugenmerkt ist, dass Ihr Welpe lernt, dass nichts auf der Welt interessanter für ihn ist, als Sie!

 

Es sollte die Hundesprache geübt werden, Entspannungstechniken und die wichtigsten Grundsignale.

Oft werden dann noch die darauffolgenden Raufergruppen (also mit pubertierenden Junghunden) angeboten. Von diesen rate ich unbedingt ab, denn die individuellen Unterschiede sind meist so groß, dass hier nur negative Erfahrungen gesammelt werden können

 


 

Wann immer ihnen ein Verhalten ihres Welpen mißfällt, sie es nicht mögen, versuchen sie auf das „Nein“ zu verzichten und stellen sie sich folgende Frage:

 

„Was soll der Hund den STATTDESSEN tun?“

 

Und die Antwort auf diese Frage trainiern sie dann ganz einfach.

 

 

Unser Ziel ist ein harmonisches Miteinander sein und das geht mit Liebe, Konsequenz und einem guten Bauchgefühl wirklich einfach.

 

 

Ihre Heike Schuh

 

 

 

 

 

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Heike Schuh

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63762 Großostheim

 

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