SILVESTER mit Hund ?!

Euer Hund verkriecht sich Silvester ins letzte Eck, hechelt oder jault, findet die Böllerei fürchterlich gruselig und hat einfach Angst.

 

 

Zuerst einmal Grundlegendes: Angst ist ein Gefühl!

 

Gefühle können durch Zuwendung/Trösten nicht verstärkt werden!!!!!!

 

 

Die Angst gerade an Silvester ist auch nichts Unnatürliches, im Gegenteil.
Es ist ein uralter Instinkt, vormals überlebenswichtig. Wer bei plötzlich auftretenden lauten Geräuschen nicht schnell reagiert, bezahlt womöglich einen hohen Preis.

Da muss er halt durch......Nein, muss er nicht!
Unsere Hunde sind hochsoziale Tiere, die angewiesen sind auf "soziale gegenseitige Unterstützung".
Auch Ignorieren wird nicht helfen.
Der Hund wird sich auch nicht „daran gewöhnen“, weil man sich nunmal an etwas Beängstigendes nicht gewöhnt (Habt ihr Angst vor plötzlich herumkrabbelnden großen Spinnen, so gewöhnt ihr euch mit den Jahren ja auch nicht dran) .

 


Alleinelassen in der Angst allerdings verstärkt diese sehrwohl, führt zu mangelndem Selbstvertrauen und  stört die Bindung in uns Menschen massiv.
Hunde haben die Fähigkeit in uns Menschen eine Art Sozialpartner zu sehen und einen Sozialpartner lässt man in Not nicht alleine. (Beispielsweise würde man Eltern, die ihr verängstigtes Kleinkind einfach alleine lassen,  mit Recht als "asozial" bezeichnen.)

Allerdings sollte man schon darauf achten, ob der Hund auch die von euch angewendete „Zuwendung" wirklich als hilfreich und beruhigend empfindet. Nicht jeder Hund möchte da z.B. engen Körperkontakt.

 

 

Bei Hunden, die Silvester noch nicht als Angstauslöser auf ihrer Liste der Bedrohungen gesetzt haben, bietet das „Schön Füttern“ eine sehr gute Alternative.

Jedes mal, wenn es kracht und donnert, passiert etwas sehr Schönes für euren Hund. Es knallt und es fliegt daraufhin eine Hand voller Leckerchen vor euren Hund auf den Boden, die er dann aufsammeln kann oder ihr startet eine schöne und positive Aktion mit eurem Hund, wie zum Beispiel Kuscheln, oder ein geliebtes Spielen.

 

 

 

Hunde,  für die Silvester bereits recht gruselig und angsteinflößend ist, ist das „Schön Füttern“, die sogenannte Gegenkonditionierung, eine gute Möglichkeit für die Bewältigung ihrer Angst.

 

Wichtig ist, dass ihr früh genug mit dem Leckerchen geben beginnt, da in der konkreten Angst selbst viele Hunde keine Nahrung mehr aufnehmen können. Immer auch verbunden mit Alternativverhalten; also Tricks, Spielsequenzen, ect., die der Hund bereits im Vorfeld kennengelernt hat.

 

 

Zusätzlich empfiehlt sich die ein oder andere ebenfalls vorher trainierte Übung  (Angst = Kontrollverlust), die dem Hund so ein Stück Selbstsicherheit und ein wenig Kontrolle  wiedergibt.

 

 

 

Dazu zählt ein Sicherheitsplatz (Wohlfühlort):

 

Empfehlenswert ist der bereits aufgebaute Sicherheitsplatz auf einer Decke. Diese kann dann ins oft ruhigere Badezimmer (Rollos runterlassen) oder den Keller verlegt werden.

 

Zusätzlich sollte diese Sicherheitsdecke verknüpft werden mit Musik und entspannenden Düften. Ebenfalls hilfreich sind diverse Kauartikel (kauen, nicht fressen), wie z.B. der Kong.

 

Weitere Maßnahmen zur Beruhigung bieten die ebenfalls VORHER eingeübten Thundershirts, Ohrschützer (MuttMuff) oder Tellington TTouch-Beruhigungsmassagen.

 

 

 

Ganz besonders hilfreich und unerlässlich ist die konditionierte Entspannung!

 

Übt sie in den Wochen vorher gut ein, vergesst nicht, sie immer gut "aufzuladen". Auch der RelaxoPet funktioniert übers gleiche Prinzip.

 

 

 

Es gibt eine Reihe guter unterstützender Medikamente;

 

Achtet hierbei darauf, ob sie bereits Tage vor Silvester genommen werden sollten um genügend zu wirken.

 

Empfehlenswert sind Rescue-Tropfen, Baldrian, Passionsblume.

 

Sehr gut helfen auch Präparate mit L-Theanin wie CALMEX oder Adaptil-Express Tabletten.

 

Bei extremer Angst kann der TA euch Präperate mit Benzodiazepin verschreiben, Alprazolam, Diazepam; diese bitte früh genug geben, damit es keine Gegenpanik gibt.

 

 

KEINESFALLS etwas mit dem  Wirkstoff Acepromazin (z.B. Vetranquil, Sedalin, ...) geben;

dieser hemmt nur äußerlich, der Hund durchlebt die Angst aber innerlich dennoch bewußt.

Ebensowenig ist der jedes Jahr aufs neue angeblich hilfreiche Eierlikör zu empfehlen (keine richtige Dosierung/Nebenwirkungen).

 

 

 

 

 

Achtet bei euren Spaziergängen, dass der Hund wirklich sehr gut gesichert ist (Geschirr, Schleppleine) und haltet diese so kurz wie möglich;

 

Ablenkungen mit Ballspielen, buddeln dürfen, Suchspiele, ect. helfen dabei recht gut.

 

 

 

Desweiteren empfiehlt sich eine bereits festgelegte Lösestelle so nah wie möglich bei der Haustür. Auch diese kann man im Vorfeld einüben.

 

 

Für ausführliche Trainingsdetails wendet euch doch vertrauensvoll an einen Hundetrainer, der mit positiver Verstärkung arbeitet.

 

 

Somit euch allen einen „Guten Rutsch“ und ein fröhliches wuffwuff!

 

Eure Heike Schuh

 

 

 

Rufen Sie mich einfach an.

Heike Schuh

Mittelweg 12c

63762 Großostheim

 

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